Und wieder ein Streifzugfoto aus Kopenhagen als montägliches Typo-Bonbon. Ebenfalls im Stadtteil Frederiksberg erblickte ich an einer Klinkerfassade diesen hübschen Neonschriftzug. Erst nahm ich an, es handele sich um eine Leuchtwerbung für ein Unternehmen, doch anscheinend war es einst durchaus üblich, größere, ganzheitlich konzipierte Wohnanlagen derartig zu beschriften, denn um eine solche handelt es sich.

Im Netz finden sich zu dem Namen des Gebäudes und des dazugehörigen Areals folgende Informationen:

Hostrups Have ist eine berühmte funktionalistische Wohnsiedlung mit dazugehöriger Grünfläche an der Ecke Falkoner Allé und Rolighedsvej im Stadtteil Frederiksberg in Kopenhagen. Entworfen wurde sie von dem dänischen Architekten Hans Dahlerup Berthelsen in den Jahren 1935–36 und benannt nach dem Dramatiker Jens Christian Hostrup.

Die Anlage hat eine eigene Postleitzahl und befindet sich auf dem Gelände der alten Rubens Klædefabrik, einer Textilfabrik, die zuvor seit 1857 dort ansässig war. Diese wurde 1927 geschlossen und abgerissen. Hostrups Have ist ein typisches Beispiel für den dänischen Funktionalismus, der in den 1930er Jahren aufkam. Der dreiflügelige Komplex erstreckt sich über fünf Stockwerke, ist aus Backstein errichtet und hat eine Gesamtfläche von 60.000 Quadratmetern. Ursprünglich umfasste er neben 680 Wohnungen auch 30 Gewerbeeinheiten.

Über dem Haupttor am Rolighedsvej befindet sich ein Neonschriftzug aus dem Jahr 1937 mit dem Namen der Siedlung. Ursprünglich war der 45 Meter hohe Schornstein der ehemaligen Fabrik in die Anlage integriert, wurde aber im Juli 2014 abgerissen.

2007 wurde Hostrups Have in eine Wohungsgenossenschaft umgewandelt, was jedoch wirtschaftlich scheiterte. Im Jahr 2017 wurde das Areal aus der Insolvenzmasse an Heimstaden, einen großen schwedischen Immobilieneigner, verkauft.

Quelle: Wikipedia (englisch) | Text übersetzt, leicht bearbeitet und gekürzt.

Interessant an dem Schriftzug fand ich insbesondere die aus dem Schreibschrift-Stil bewusst herausgelösten beiden H-Anfangsbuchstaben, vielleicht sollte auf diese Weise die Alliteration im Namen noch einmal gesondert betont werden.
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