Content-Hinweis: Im nachfolgenden Beitrag geht es um die Schriftanwendung bei der Kennzeichnung historischer anatomischer Präparate von Menschen und Tieren in einem medizinischen Museum. Daher kommen zur Bebilderung auch Fotos solcher Exponate zum Einsatz.
Der Anstoß zu dem heutigen Beitrag liegt tatsächlich schon mehr als einen Monat zurück. In dieses Thema konnte ich mich mal wieder so richtig hineingraben, habe sehr viel recherchiert, Korrespondenz geführt, Links zusammengesucht und auch wieder selbst jede Menge gelernt. Damit der Text trotz seiner Länge etwas lesefreundlicher wird, habe ich ihn versuchsweise mit Zwischenüberschriften in Teilabschnitte untergliedert.
Der Ausgangspunkt
Als großer Freund aller Wissenschaften schaute ich kürzlich aus der arte-Mediathek die sehr sehenswerte, anderthalbstündige Dokumentation »Auf Messers Schneide – Eine Geschichte der Chirurgie« (dort noch verfügbar bis zum 26.11.2026). Darin geht es um die Entwicklung des Verständnisses der Anatomie, der Funktionen der Organe, des Blutkreislaufs, des Schmerzempfindens und um die Erfindung der Anästhesie, um Infektionsschutz und generell um den Wandel medizinischer chirurgischer Eingriffe vom unerfahrenen »Herumprobieren« hin zu einer methodisch betriebenen Wissenschaft.
Bei den Zeitmarken 00:35:15 und 00:37:54 wurde ein britischer Pionier des anatomischen und chirurgischen Erkenntnisgewinns vorgestellt, von dem ich bis dahin noch nie etwas gehört hatte: John Hunter (1728–1793). Zu seinem Leben und Wirken, seiner Karriere und deren Auswirkungen auf die Entwicklung der Medizin habe ich am Ende des Artikels einen gesonderten Abschnitt aufbereitet. Auch Hunters älterer Bruder William hatte maßgeblichen Einfluss auf nachfolgende Medizinergenerationen. So gründete er etwa 1746 die erste Schule für Anatomie in England.
»William Hunters Schule für Anatomie läutete eine neue Ära in der Ausbildung von Medizinern in England ein. Erstmals konnten angehende Ärzte sich ihr anatomisches Wissen nicht nur in der Theorie aneignen, sondern auch aus eigener Anschauung und Praxis. Neben Vorlesungen bestand der Unterricht aus anatomischen Übungen, für die William Hunter jedem Studenten einen eigenen Leichnam als Studienobjekt zusicherte.«
Quelle: Wikipedia – »John Hunter (Mediziner)«

Als Assistent seines Bruders in dieser Schule erwies sich John als ein hervorragender Präparator. Bald begann er mit dem eigenen Aufbau einer Sammlung biologischer, anatomischer und pathologischer Präparate.
»Wann immer ihm bei einer Sektion Besonderheiten auffielen, fertigte Hunter Präparate an, die er in seinem Haus in London sammelte. Auf diese Weise kam über die Jahre hinweg eine beträchtliche Sammlung zusammen, die von Walknochen, dem Fell einer Giraffe und einem ausgestopften Känguru über zahlreiche tierische und menschliche Feuchtpräparate bis hin zu Anomalien wie den Gehirnen eines Kalbs mit zwei Köpfen oder dem Körper eines ungeborenen Kindes mit offenem Rücken reichte.«
Quelle: Wikipedia – »John Hunter (Mediziner)«
Bis zu seinem Tode wuchs diese Sammlung auf schätzungsweise 14.000 Präparate an. Nach Hunters Tod wurde sie 1799 von der britischen Regierung angekauft und der »Company of Surgeons« anvertraut, aus der später das »Royal College of Surgeons of England« hervorging. Sein Nachlass wurde zum Grundstock des Hunterian Museum. Während des Zweiten Weltkriegs erlitt die Sammlung schwere Verluste. Durch eine Brandbombe, die im Mai 1941 das Gebäude des Royal College of Surgeons direkt traf, wurden zwei Drittel der Museumssammlungen zerstört. Dennoch blieben ca. 3.500 der Originalpräparate erhalten. Auch heute noch stellt dieser Bestand eine der bedeutendsten historischen medizinischen Sammlungen der Welt dar.
Die Fundstücke
In der arte-Doku blieb mein buchstabenaffines Auge natürlich gleich an den wunderschönen historischen Etiketten hängen, mit denen die Glasgefäße der Präparate einst von Hand beschriftet wurden. Wie auch auf dem Foto unten gut zu erkennen ist, gibt es ältere (handgefertigte) und neuere (vermutlich mithilfe eines modernen Etikettendruckers erstellte) Labels. Die neueren sollen uns hier und heute nicht interessieren, sie sind wechselnd mit fetten Schnitten der beiden Schriften »Futura« oder »Helvetica« (oder für Thermoprinter erstellten Lookalikes) angelegt und kommen vermutlich bei der – nicht unaufwendigen – periodisch erforderlichen Umbettung und Neukonservierung der Präparate zum Einsatz. Zu diesem Vorgang gibt es übrigens auch ein interessantes Video des Museums. Überhaupt kann ich dessen Website sowie den unterhaltsamen und wissenswerten Content auf den museumseigenen Social-Media-Kanälen (bei Facebook, Instagram und Bluesky) sehr empfehlen.

Die Kuratorin des Museums, bei der ich die Erlaubnis erbat und bekam, einige Fotos der original beschrifteten Exponate hier im Blog abzubilden, schrieb mir dazu:
»I think it is unlikely that any of the numbers date back to Hunters time, as they were often renumbered and reorganised after his death.«
Alice Watkinson-Deane, Curator (Collections & Digital Interpretation), Hunterian Museum
Die Schrift
Ich habe zahlreiche Abbildungen im Internet durchgesehen und versucht, daraus einen möglichst vollständigen Zeichensatz zu extrahieren, um ihn hier abbilden zu können.
Dabei fiel mir auf, dass sich auch innerhalb des Schriftbildes der Original-Etiketten Unterschiede finden. Im Foto oben sieht man das etwa am kleinen 𝐚. Beim Präparat »Limax« (links, Nr. 787/788) hat der Stamm eine deutliche Neigung nach links. Auf dem vorderen »Rana«-Etikett (Nr. 800) steht es hingegen eher aufrecht. Bei solchen Varianten ein und desselben Buchstabens habe ich mich bei meiner Übersicht jeweils für diejenige entschieden, von der ich im Netz die deutlichste Bilddatei auffinden konnte.

Betrachten wir die wunderschöne Schrift mit ihren sehr ausgeprägten Oberlängen, den zumeist deutlich kürzeren Unterlängen und vielen charmanten Formdetails, wie z.B: den dynamischen Serifen am 𝐬 und dem kleinen Fähnchen am 𝐭, noch einmal »in situ« auf den alten Glasgefäßen:





Ohne Einblick in die Archive und Aufzeichnungen des Museums oder anderer, nicht online einsehbarer Quellen kann ich nicht sagen, ob es unter den mehreren tausend Gefäßen nicht doch noch welche gibt, die zu Lebzeiten John Hunters beschriftet wurden und bei denen die Etiketten die Jahrhunderte überdauert haben. Aber sucht man im Internet beispielsweise nach historischen und ebenfalls von Hand beschrifteten Apothekengefäßen aus jener Zeit, fallen durchaus Ähnlichkeiten ins Auge, allen voran das nach links weisende »Fähnchen« an der Spitze des 𝐭.

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Hier noch einige weitere Beispielabbildungen solcher Gefäße. Hier fällt neben einem erneut ähnlich gezeichneten 𝐭 auf, dass auf dem ersten und dritten Gefäß die Buchstaben eine ähnliche Linksneigung haben wie auf einigen Gefäßen der Hunterian Collection.
»FENICV.« = feniculum (Fenchel), ca. 1700; »Bolus Armenica« (aluminiumsilikathaltige Heilerde, Blutstiller); »Cortex Cinnamomum« (Zimtrinde); »R. Nardi Yndicae« (Radice Nardus Indica, Wurzel einer Heil- und Aromapflanze), letztgenannte drei aus dem 18. Jahrhundert | Quelle: Smithsonian Institution/American History Museum | Public Domain
Einige der Charakteristika im Schriftbild der historischen Etiketten finden sich allerdings nicht nur bei Buchstaben aus dem 18. Jahrhundert, sondern bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein. Eine insgesamt ähnliche Anmutung hat etwa die Schriftart »Lucian« (Lucian Bernhard für die Bauersche Gießerei, 1928/1930). Auch sie hat sehr ausgeprägte Oberlängen, weniger ausladende Unterlängen, einen großen Strichstärkenkontrast und gedrungen wirkende Kleinbuchstaben. Selbst Details bei einigen Zeichen (𝐜 und 𝐱) ähneln einander. Nur die etwas exzentrischen »Zipfel« an 𝐬 und 𝐭 bleiben eine Eigenart der handgezeichneten Etiketten.
Es bleibt also erst einmal offen, aus welcher Zeit genau – zwischen dem 18. und frühen 20. Jahrhundert – die ältesten erhaltenen Beschriftungen auf den Exponaten stammen.

Zum Schluss habe ich einmal in einer digitalen Skizze einige Buchstaben neu gezeichnet nachempfunden, die für mich die Anmutung der Etikettenschrift sozusagen als »Konzentrat« einfangen. Anscheinend hat noch kein professioneller Schriftgestalter (ich selbst bin leider keiner) versucht, eine vollständige Schrift auf Basis dieser Etiketten zu erstellen. Die Kopenhagener Designagentur Kontrapunkt hat zwar im Jahr 2004 für den Verband Dänischer Apotheker eine wunderschöne exklusive Schriftart namens »Apotek« gestaltet, die an den Fassaden und auf Produkten vieler dänischer Apotheken genutzt wird. Aber die formalen Inspirationen zu dieser Schrift sind jünger und knüpfen laut einem Beitrag zum 20jährigen Jubiläum des Designs neben der Typografie alter Apothekengläser auch an Schriften aus der Bauhaus-Zeit der 1930er Jahre an.

Zum Schluss hänge ich noch einige weiterführende Links an für Leser*innen, die mehr über John Hunter lesen möchten sowie einen ausklappbaren Contentblock mit einer Zusammenfassung seiner Biographie. Ich selbst werde bei der nächsten Reise, die mich nach London führt, auf jeden Fall mindestens einen halben Tag in diesem famosen Museum einplanen! 🤓 🔠 🫀
John Hunter – Leben und Werk
Leben und Werdegang
John Hunter wurde am 13. Februar 1728 in Long Calderwood bei Glasgow in Schottland geboren. Er war das jüngste von zehn Kindern einer Bauernfamilie. Seine schulische Ausbildung blieb vergleichsweise unvollständig; bereits früh zeigte sich jedoch eine ausgeprägte Neugier für Naturbeobachtungen. Tiere, Pflanzen und Naturphänomene faszinierten ihn stärker als der klassische Unterricht.
1748 zog Hunter im Alter von 20 Jahren nach London zu seinem älteren Bruder William Hunter, einem bereits angesehenen Anatomen und Geburtshelfer. An dessen neu gegründeter Anatomieschule arbeitete John zunächst als Präparator und erlernte die Sektion menschlicher Leichen. Dabei entwickelte er außergewöhnliche Fähigkeiten in der Anatomie und der Herstellung anatomischer Präparate. Zusätzlich erhielt er eine chirurgische Ausbildung bei bedeutenden Londoner Chirurgen der damaligen Zeit. Eine universitäre medizinische Ausbildung schloss er nie ab; dies entsprach allerdings der damaligen Situation vieler Chirurgen, die sich vor allem praktisch ausbildeten.
1758 wurde Hunter Chirurg am St. George’s Hospital in London. 1760 trat er als Militärchirurg in die britische Armee ein und nahm während des Siebenjährigen Krieges für drei Jahre an Einsätzen in Frankreich und Portugal teil. Dort sammelte er umfangreiche Erfahrungen in der Behandlung von Schussverletzungen und anderen Kriegsverletzungen. Gleichzeitig begann er, Tiere und naturkundliche Objekte zu sammeln.
Nach seiner Rückkehr nach London eröffnete er eine eigene Praxis und begann, selbst Anatomie und Chirurgie zu unterrichten. 1767 wurde er in die Royal Society aufgenommen. 1768 erhielt er die Stellung als Chirurg am St. George’s Hospital. Später wurde er Leibarzt von König Georg III. und Inspektor der Militärkrankenhäuser.
Hunter starb am 16. Oktober 1793 in London während einer Auseinandersetzung im St. George’s Hospital, vermutlich infolge eines Angina-pectoris-Anfalls.
Arbeit und Forschungstätigkeit
John Hunter gehört zu den Begründern der wissenschaftlichen Chirurgie. Während viele seiner Zeitgenossen vor allem auf althergebrachte Traditionen und verstorbene oder praktizierende medizinische Autoritäten vertrauten, verlangte Hunter genaue Beobachtung, Experimente und die Überprüfung medizinischer Annahmen.
Sein Grundsatz lautete, dass ein Chirurg die natürlichen Vorgänge des Körpers verstehen müsse, bevor er therapeutisch eingreift. Krankheiten, Verletzungen und Heilungsprozesse sollten unmittelbar beobachtet und untersucht werden. Damit wurde er zu einem frühen Vertreter der evidenzbasierten Medizin.
Besonders bedeutend waren seine Arbeiten auf den Gebieten Wundheilung und Entzündung, Schussverletzungen, Gefäßerkrankungen, Zahnheilkunde, vergleichende Anatomie und Tierphysiologie. Das Werk »The Natural History of the Human Teeth« von 1771 gilt als ein Meilenstein der Zahnmedizin. Hunter beschrieb die Entwicklung und Anatomie der menschlichen Zähne systematisch und wissenschaftlich. Außerdem veröffentlichte er wichtige Arbeiten über Geschlechtskrankheiten sowie über Entzündungsprozesse und Wundheilung. Sein posthum erschienenes Werk »A Treatise on the Blood, Inflammation and Gun-shot Wounds« hatte großen Einfluss auf die Chirurgie des 19. Jahrhunderts.
Einfluss Hunters auf Wissenschaft und Medizin
Der wichtigste Beitrag Hunters bestand darin, die Chirurgie von einem handwerklichen Beruf zu einer wissenschaftlich begründeten Disziplin weiterzuentwickeln. Er vertrat die Auffassung, dass ein Chirurg gleichzeitig Anatom, Physiologe und Naturforscher sein müsse. Beobachtung und Experiment sollten über Autorität und Tradition stehen. Diese Denkweise beeinflusste Generationen von Ärzten und Forschern.
Besondere Bedeutung hatte seine Lehre der vergleichenden Anatomie. Hunter untersuchte nicht nur den Menschen, sondern auch hunderte Tierarten. Er suchte nach allgemeinen biologischen Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhängen zwischen Bau und Funktion der Organe und führte zahlreiche Tierexperimente durch, um biologische Vorgänge besser zu verstehen, etwa zur Regeneration von Gewebe oder dem Wachstum von Knochen.
Hunters Untersuchungen trugen wesentlich zur späteren Entwicklung der Evolutionsbiologie und der vergleichenden Physiologie bei. Viele seiner Gedanken wurden im 19. Jahrhundert von Naturforschern weiterentwickelt.
Zu seinen Schülern gehörte unter anderem der Arzt und Impfpionier Edward Jenner, der die Pockenimpfung entwickelte. Hunter ermutigte seine Schüler, selbst zu experimentieren und ihre Beobachtungen kritisch zu prüfen. Seine Arbeitsweise beeinflusste außerdem die Pathologie, die moderne Anatomie, die chirurgische Ausbildung, die klinische Forschung sowie die medizinische Museumskultur. Daher wird Hunter häufig als »Vater der wissenschaftlichen Chirurgie« bezeichnet.
Entstehung, Entwicklung und Verbleib seiner Präparatesammlung
Die Sammlung anatomischer Präparate war das Lebenswerk John Hunters. Bereits während seiner Militärzeit begann er, Tiere und anatomische Objekte zu sammeln. Im Laufe der Jahrzehnte investierte er einen erheblichen Teil seines Einkommens in den Ausbau seiner Sammlung.
1783 bezog Hunter ein großes Haus am Leicester Square in London. Dort richtete er ein privates Museum und eine Lehrsammlung ein. Zum Zeitpunkt seines Todes umfasste die Sammlung ca. 14.000 Präparate. Dazu gehörten menschliche Anatomiepräparate, krankhaft veränderte Organe, Skelette, Tierpräparate, Fossilien, vergleichend-anatomische Objekte und konservierte Organe und Gewebe. Die Sammlung umfasste mehr als 500 Tierarten. Zahlreiche Objekte stammten aus den Forschungsreisen des 18. Jahrhunderts. Unter anderem erhielt Hunter Tierpräparate von Joseph Banks, der an der ersten Weltumsegelung von James Cook teilgenommen hatte.
Aus heutiger Sicht werden einige Beschaffungsmethoden kritisch bewertet. Besonders bekannt ist der Fall des als »Irish Giant« bekannten Charles Byrne. Trotz dessen ausdrücklicher Verfügung, nicht seziert zu werden, gelangte sein Skelett in Hunters Sammlung. Die Diskussion über den angemessenen Umgang mit diesen menschlichen Überresten dauert bis heute an.
Die heutige Sammlung des Hunterian Museum London
Das Hunterian Museum befindet sich im Gebäude des Royal College of Surgeons in London, das über mehr als 70.000 Exponate, darunter anatomische und pathologische Präparate (von Menschen und Tieren), Modelle, Instrumente, Gemälde und Skulpturen beherbergt, die die Kunst und Wissenschaft der Chirurgie und die Entwicklung medizinischer Forschung seit dem 17. Jahrhundert bis zur modernen robotergestützten Chirurgie der Gegenwart abdecken.
Nach einer umfassenden Modernisierung wurde das Museum 2023 wiedereröffnet. Heute werden dort mehr als 3.500 Objekte aus Hunters ursprünglicher Sammlung ausgestellt, die er zwischen 1760 und 1793 präpariert hat. Als Konservierungsmittel für die Präparate wird meist Ethanol verwendet. Zu den weiteren in der Hunterian Collection verwendeten Konservierungsmitteln zählen Flüssigparaffin, Terpentinöl, Formaldehyd und Kaiserling III – ein Gemisch aus Kaliumacetat (Gewebe-Stabilisator), Glycerin (Feuchthaltemittel), Wasser und ggf. Thymol (gegen Schimmelbildung).
Hinzu kommen chirurgische Instrumente, medizinische Modelle, Gemälde, historische Dokumente und Präparate aus späteren Jahrhunderten. Eigene Ausstellungsbereiche beschäftigen sich mit Hunters Kindheit und Ausbildung, seiner Tätigkeit als Chirurg, seiner wissenschaftlichen Arbeitsweise, seinen Patienten sowie seinem Einfluss auf spätere Generationen. Neben der historischen Bedeutung thematisiert das Museum heute auch ethische Fragen des Umgangs mit menschlichen Überresten.
Das Hunterian Museum ist somit nicht nur eine Art Denkmal für John Hunter, sondern zugleich ein bedeutendes Forschungs-, Bildungs- und Ausstellungszentrum zur Geschichte der Anatomie, Chirurgie und Medizin.
Weiterführende Links
- Hunterian Museum London: About John Hunter
- Hunterian Museum London: Reading Room: »John Hunter and the ›museum oeconomy‹, 1750–1800«. Doktorarbeit von Simon David John Chaplin, PhD Kings College, London 2009.
- Whonamedit? – A dictionary of medical eponyms: John Hunter (via web.archive.org)
- Buchtipp: »The Knife Man – Blood, Body Snatching, and the Birth of Modern Surgery« von Wendy Moore.
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