Montagsbonbon-Fundstück aus dem heimischen Bücherregal: Eine alte Semesterarbeit im Fach Typographie. Jeder Student dieses Kurses in meinem Studiengang Kommunikationsgestaltung war seinerzeit gefordert, ein Kompendium mit dem Grundwissen zu Schriftanwendung und ‑klassifizierung zu verfassen und zu gestalten.


Die DTP-Datei in meinem Archiv ist datiert auf den 26. Juni 1991, also fast auf den Tag genau 35 Jahre alt. Ich war zwar noch mitten im Studium, arbeitete jedoch nebenher bereits als »Freier« bei einer lokalen Werbeagentur und hatte dort nach Feierabend und am Wochenende freien Zugang und durfte das damals topmoderne Equipment für meine Semesterarbeiten nutzen: Macintosh IIfx, Laserdrucker, farbkalibrierte Röhrenmonitore. InDesign gab es noch nicht, aber PageMaker und QuarkXPress eroberten gerade die DTP-Arbeitsplätze. Zu dieser Zeit war es noch nicht gefordert und daher weniger üblich, Dateien mit einer Endung zu versehen, weshalb ich heute nicht mehr rekonstruieren kann, mit welcher Software ich die Textseiten layoutet habe. Ich meine mich zu erinnern, dass (noch) keins der zuvor genannten zum Einsatz kam, sondern ein »Außenseiter-Programm«, das aber vergleichbare Funktionalitäten besaß – eventuell DesignStudio von Letraset. Den Schriftzug »TYPOGRAPHY« hatte ich eigens für das Cover mit mit Aldus FreeHand 2 entworfen. Beide Dateien vermag ich inzwischen mit meinen aktuellen Apps auf dem Mac weder zu öffnen noch in ein aktuell lesbares Format zu konvertieren. 😅
In puncto Design waren zu dieser Zeit die Arbeiten von Duffy Design und den dort verantwortlichen Gestaltern Joe Duffy und Charles Spencer Anderson der angesagteste Trend: Craftpapier, Retro-Ästhetik, gebrochene Farben und das Druckbild stark vergrößerter, kolorierter historischer Strichzeichnungs-Bildmotive. Und so ließ auch ich mich bei der Umschlaggestaltung meines Handbuchs sehr deutlich davon inspirieren.
Ich mag den Look immer noch. 🤓 🔠 💾
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