Als ich über Pfingsten in Regensburg war, fand wie oft, gerade auf der Festwiese die »Dult« statt. Anderswo heißt es Kirmes, Rummel, Jahrmarkt, Kirchweih oder Volksfest – eine Mischung aus Wochenmarkt und Vergnügungspark, mit Festzelten, Fahrgeschäften, Schlemmerbuden und Marktständen.
»Das Wort Dult stammt aus dem Gotischen und bedeutet so viel wie ›ausgelassenes Fest‹. Ursprünglich bezeichnete es ein Kirchenfest, das zu Ehren eines Heiligen gefeiert wurde. In Regensburg richteten sich die Marktzeiten nach den Wallfahrten zu den Gräbern der Heiligen Erhard und Emmeram sowie nach Kirchweihfesten. Rund um diese Feiern entstanden Marktstände, an denen Waren aller Art angeboten wurden. (…)
Quelle: regensburger-dulten.com
1389 erhielt Stadtamhof vom bayerischen Herzog das Privileg, einen Wochenmarkt und zwei Jahrmärkte abzuhalten. Diese Genehmigung war eine Wiederaufbauhilfe nach den schweren Zerstörungen des Städtekriegs. Damit war der Grundstein für die Tradition gelegt, die bis heute Bestand hat.
(…)
Um 1800 hatten sich zwei feste Dult-Termine im Frühjahr und Herbst etabliert.«
Ich nutzte die Gelegenheit und schlenderte eine Stunde lang über den Festplatz. Seit jeher sind die oft selbst beschrifteten und bemalten Stände und Fahrgeschäfte für mich auch eine Fundgrube für kreative und ausgefallene Typographie. Für heute habe ich aus Regensburg einen dynamischen Schriftzug an einem Süßwarenstand ausgewählt.

Zur besseren Ansicht hier noch einmal mit gedämpftem Hintergrund:

Gewiss, der Schritzug ist nicht wirklich ausgewogen – die Strichstärken, Innenräume und Neigungswinkel der Buchstaben tanzen teilweise deutlich aus der Reihe. Aber ich mochte die zackige, leicht nostalgische Anmutung und den Namen, der sich davon ableitet, dass sich der Stand in Form einer Dampflokomotive präsentiert. Irgendwie musste ich bei dem Gesamtbild an die Donald-Duck-Comicgeschichten aus den »Lustigen Taschenbüchern« denken.
Und wer weiß, bestimmt gibt es ja auch in Entenhausen eine Dult …
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