Und nun mal wieder ein inländisches Fundstück. Geknipst habe ich es bei einem kurzen Stopp bei der Durchfahrt durch den Ort Rehberg im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.
Zu diesem Betrieb erbrachte meine Suche im Netz leider diesmal keinerlei valide Informationen betreffend Gründung oder Historie. Gegenwärtig scheint das Gebäude als Wohnhaus zu dienen, ein dort ansässiges Gewerbe ist von außen nicht zu erkennen, das Baujahr des Hauses wird online als »1919 oder früher« datiert. Da die Beschriftung in einer eigens ausgesparten Vertiefung im Mauerwerk platziert ist, würde ich davon ausgehen, dass diese Fläche bereits beim Bau des Hauses angelegt wurde.
Die Schrift ist zwar einerseits sorgsam per Hand gemalt worden und offenbar auch über die Jahrzehnte gereinigt oder restauriert worden, andererseits wirken die Buchstaben in ihren Formen unterschiedlich »schwer« und ergeben dadurch ein etwas unruhiges Gesamtbild. Dass die Versalien M, G, F, H und P betont kräftig angelegt sind, ist bei solchen Beschriftungen nicht unüblich. Doch innerhalb der Gruppe der Kleinbuchstaben gibt es deutliche Schwankungen: e, o, a, g und c weisen sehr feine Strichstärken auf, bei s, t und r sind sie schon etwas stärker, aber bei h, i, d, u, l und n sind die Striche und Serifen insgesamt deutlich fetter.

Bei professionell(er) gestalteten Schriftarten mit einem ähnlichen Formenkanon zeigt sich die Gesamtanmutung deutlich harmonischer.

Zu lernen gab es bei diesem Fundstück auch, was das aus der Mode gekommene Wort »Fourage« bedeutet. Es bezeichnet sowohl die Versorgung von Militäreinheiten als auch von Nutztieren mit Nahrungsmitteln. 🤓 🔠 🌽
Furage (alternative Schreibung: Fourage)
Quelle: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache
»›Verpflegung‹ (für die Truppe), ›Futter‹ (für die Pferde), Entlehnung (17. Jh.) von frz. fourrage m. ›Viehfutter‹, abgeleitet von afrz. feurre ›Stroh‹, das auf afrk. fodar beruht. (s. Futter).«
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