verknallt in Schrift und Buchstaben

Kategorie: Antiquitäten (Seite 5 von 13)

Von Vintage über historisch bis antik, in Stein gemeißelt, gemalt, als Relief oder traditionell gedruckt – in dieser Kategorie landet alles, was garantiert schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat.

04.08.2025

Das heutige typographische Montagsbonbon stammt aus meiner Schnappschuss-Ausbeute während eines Aufenthaltes in Stralsund im Juni diesen Jahres. Besonders gefiel mir an dem Schild die spürbar »loriot-eske« Formulierung »Für die Dame, für den Herren, für das Kind«. 😄 



Die Schriftart, in der die zweifarbigen Texte auf dem rustikalen Holzschild aufgebracht sind (vermutlich über Stempel oder Schablonen), mag dem Einen oder Anderen irgendwie bekannt vorkommen. Ihre Ursprünge liegen über 100 Jahre zurück und doch ist sie in all ihren Varianten bis heute eine beliebte Wahl, vor allem für Anwendungen mit leicht nostalgischem, historischen oder traditionsbehaftetem Kontext wie Tabakwaren, Flohmärkte, Trödelläden, Spirituosen, Museen, Antiquitäten o.ä.



Die »Originalversion« der Schrift mit dem Namen »Bernhard Antiqua Schmalfette« wurde vom Schriftgestalter Lucian Bernhard 1911/12 als einer von mehreren Schriftschnitten der »Bernhard Antiqua« für die deutsche Schriftgiesserei Flinsch entworfen, welche 1916 vom Konkurrenten Bauer aufgekauft wurde. In den folgenden Jahrzehnten entstehen – auch unter verschiedenen Namen wie Bernhard Antique, Bernhard Bold Condensed oder Bernard Condensed (mit und ohne h) und von mehreren Schriftenhäusern, u.a. Elsner+Flake, Letraset, Linotype/Adobe/Monotype, Scangraphic oder URW – zahlreiche Neuschnitte und Varianten dieser Schriftart, die jedoch alle deren Ursprung in den organischen Formen des Jugendstils wahren. Sie eignet sich aufgrund ihrer Schlankheit und Eigenständigkeit gut für den großformatigen Einsatz auf eng begrenzten Gestaltungsflächen, wie Album-/Buchcover, Werbeplakate oder eben Firmenschilder.



Unter dem Namen Bernard MT ist die Variante, die auch für das fotografierte Schild genutzt wurde, seit 1993 im lizenzierten Schriften-Set des Microsoft Office Pakets enthalten. Sie unterscheidet sich vom Original vornehmlich durch ihre deutlich weniger gerundeten Formen und eckigeren Serifen. Was noch auffällt, ist, dass einige der Großbuchstaben am Wortanfang von den Urheber*innen des Schildes »zu groß« angelegt sind (bei »Für« z.B. ist die Versalhöhe korrekt, bei »Dame«/»Herren«/»Kind« deutlich erhöht). Nennen wir es künstlerische Freiheit … 😉 🤓 🔠 



Kurzportrait von Lucian Bernhard (PDF) beim Klingspor-Museum: 


➡️ https://www.klingspor-museum.de/KlingsporKuenstler/Schriftdesigner/Bernhard/LucianBernhard.pdf

Anwendungsbeispiele der Schrift auf der Website »Fonts In Use«:
➡️ https://fontsinuse.com/typefaces/42235/bernhard-antique

28.07.2025

Heute kommt das typographische Montagsbonbon zwar nicht erneut aus dem Keller, aber wir bleiben in der Gegend, in der sich das Haus und der Keller befinden. Bei einigen Ausflügen fielen mir an den Ziegelwänden der älteren Wohn- und Bauernhäuser hier die »Signaturen« der früheren Ziegeleien auf, die alle paar Meter in einzelne Steine eingeprägt sind. Offenbar befanden sich in der Ortschaft Kuhlhausen in Westbrandenburg und in Rathenow ehemals mindestens zwei dieser Betriebe, mit denen dann im Umland die lokalen Gebäude errichtet wurden. 



Besonders markant fand ich im ersten Foto die Formgebung des kleinen g, erinnert doch das aufrecht stehende »Fähnchen« mitten auf dem Kopf des Buchstabens frappant an das gleiche Charakteristikum, das mir in einem älteren Posting zu Straßenschildern in einem historischen Seemannsviertel aufgefallen war. Bemerkenswert sind aber auch die fehlenden Serifen an der Basis des kleinen l, man könnte fast schon meinen, die Firma Siggel hätte damals schon so etwas wie ein eigenständiges »Logo« besessen. Das Herstellungsdatum des Ziegels im ersten Bild liegt etwa zwischen 1885 und 1910 (der Dauer der Geschäftstätigkeit der Ziegelei Siggel), das passt auch zum Baujahr des betreffenden Hauses – 1890.



Natürlich enttäuscht das Internet auch bei diesem Thema nicht und stellt einen interessanten Beitrag zu den sog. »Ziegelstempeln« aus der Region bereit:
➡️ https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_Rathenower_Ziegelstempel

Nun bin ich gespannt, ob ich demnächst noch weitere dieser Reliefprägungen hier in der Gegend finden werde … 🤓 🔠 🙂 🧱

25.07.2025

Das typographische Fundstück der Woche ist heute eine Entdeckung meines Agenturkollegen Jens Tathoff. Der eine oder andere Hamburger mag ein ähnliches Foto in den letzten Tagen auch bereits im Rahmen lokaler Nachrichtenmeldungen gesehen haben. Denn einige angrenzende Gebäude des legendären Hotel Atlantic, dessen repräsentativer Bau im Mai 1909 eröffnet wurde, werden derzeit abgerissen, um Platz für einen modernen Hotelanbau, eine Wellness-Oase sowie Wohngebäude zu schaffen. In bester Lage entstehen an der Adresse »An der Alster« bzw. »Alstertwiete«, 29 Neubauwohnungen mit einer Größe zwischen 25 und 117 m², wovon gemäß dem »Hamburger Drittelmix« zwölf Wohneinheiten – so heißt es – öffentlich gefördert und zu erschwinglichen Mieten (!) angeboten werden sollen.



Die ästhetisch eher unspektakulären bisherigen Bauten in der direkten Nachbarschaft des Hotels müssen in den späten 1960er oder frühen 1970er Jahren entstanden sein. Auf alten Fotos des Hotels, wie diesem, ist am nordöstlichen Flügel noch ein kleiner dreigeschossiger Anbau zu sehen, der die Seitenfassade des Hotels, die nun durch den Abriss der neueren Gebäude wieder zutage tritt, größtenteils frei ließ. Später wurde dieses niedrige Gebäude dann durch modernere ersetzt, die in der Höhe zu den oberen Etagen des Hotels aufschließen, wie man z.B. hier sehen kann. Von beiden Gebäuden ist auf dem 3. Foto noch sehr schön die jeweilige Silhouette zu erkennen.



Auf der nun freigelegten Fassade prangt knapp unterhalb der Dachkante in dunkelroten Versalien der Schriftzug »ATLANTI(C) HOTEL«. Das Besondere an der dort verwendeten Schriftart ist einerseits der geringe Kontrast der Strichstärke zwischen waagerechten und senkrechten Strichen und andererseits das nach links wehende »Fähnchen« auf der Spitze des A. Bei meiner Recherche nach einer Schrift, die für die Fassadenbemalung Vorlage gewesen sein könnte, wies die »ITC Novarese Bold« die größte Ähnlichkeit auf.

(Update 02.09.2025: Inzwischen weiß ich, dass diese Schrift erst 1984 veröffentlicht wurde, sie kam somit als Vorlage zu spät.)

Interessant ist, dass ich kein historisches Fotomotiv finden konnte, auf dem für die Schriftzüge auf dem Dach an der Vorderfront oder dem südlichen Eckturm des Hotels eine vergleichbare Schrift genutzt wurde. Diese seitliche Beschriftung hatte ihren eigenen Stil.



Bald wird sie durch die neuen Anbauten wieder verdeckt sein, aber für eine Weile durften wir einige Jahrzehnte in die Hotelgeschichte zurückschauen. 🤓 🔠



»ITC Novarese Bold«:
➡️ https://www.myfonts.com/de/products/pro-bold-novarese-363334

21.07.2025

Vier Tage hat es gedauert, den Keller des Hauses zu »entrümpeln«, etliche Boxen und Kartons harren nun ihrer recyclinggerechten Entsorgung. Aber man sieht hinterher sehr schön, was geschafft wurde, es herrschen wieder System, Ordnung und kellergemäße Sauberkeit.



Ein zweites wunderschönes Fundstück, nach den Rasierklingenbriefchen vom letzten Montag, ist diese »Vintage-Verpackung« einer Autoscheinwerfer-Glühbirne mit ihrer klaren, farblich sehr ansprechenden typographisch-illustrativen Gestaltung. Der Typ der dargestellten Birne, das zeigen Fotos weiterer Schachteln im Internet, entsprach dabei immer dem inliegenden Produkt. Die Schriftart im oberen Teil der Schachtel erinnert stark an die »Futura«, aber das besondere S, das fast wie ein gespiegeltes Z aussieht, sowie die abweichenden Winkel beim G und C ließen mich weiter recherchieren. Die beste Übereinstimmung fand ich bei der »Erbar Bold«, die zwischen 1922 und 1930 vom deutschen Grafikdesigner Jakob Erbar für die Schriftgießerei Ludwig & Mayer gestaltet wurde. Auch Erbars Schrift »Phosphor« weist ähnliche Formmerkmale auf.



Ähnliche Schachteln werden im Internet leer (!) für 10 EUR gehandelt, mit funktionsfähigen Leuchtmitteln befüllte Packungen finden sich auf Angebotsseiten für Oldtimerbedarf, je nach Glühbirnentyp, für bis zu 100 EUR. Konkrete Angaben zum Datum der Herstellung konnte ich nicht finden, der Ursprung war lediglich vage einzugrenzen auf »1950er bis 1970er Jahre«.

Eine Recherche ergab: Die Herstellerfirma existiert nach wie vor. Gegründet 1947 unter dem Namen »Speziallampenfabrik Dr. Günther Fischer« firmiert sie mittlerweile als »Dr. Fischer Gruppe« mit acht zugehörigen Unternehmen und etlichen Standorten, u.a. in Hong Kong, Seoul, Alpignano (Italien), Pont-à-Mousson (Frankreich) und Diez (Deutschland).



Ich hebe die Schachtel (samt Inhalt) natürlich als kleines Museumsstück sorgsam auf! 🤓 🔠 💡



Font »Erbar Bold«:
➡️ https://www.myfonts.com/de/products/bold-erbar-334070

Font »Phosphor«:
➡️ https://www.myfonts.com/de/collections/phosphor-font-monotype-imaging

14.07.2025

Dort, wo ich das letzte Wochenende verbrachte, regnete es am Samstag in einem fort und am Sonntag den größten Teil des Tages. Also beschloss ich, den lang gehegten Plan in Angriff zu nehmen, den Keller des Hauses aufzuräumen, in dem sich noch das komplette Inventar des Vorbesitzers befindet, unter anderem eine komplett ausgestattete Werkstatt für alle Arbeiten, die rund um Haus und Hof anfallen. In Kisten, Regalen, Schränken und Schubladen türmten sich Werkzeuge, Schrauben, Nägel, Muttern, Scharniere, Haken, Dübel, Schellen und alle Arten  weiterer Eisenwaren. Nun ist die Werkstatt gesichtet, sortiert, ausgemistet und gereinigt und einer von vier Kellerräumen kann von der To-Do-Liste gestrichen werden.



Viele der Gegenstände, die ich in Händen hielt, waren sicherlich Jahrzehnte alt, aber nach wie vor sauber und funktionstüchtig. Und auch typographisch gab es auf alten Farbdosen, Schraubenpäckchen oder Werkzeugetiketten allerlei Spannendes zu entdecken.



Am besten gefielen mir diese drei außen wie innen tadellos erhaltenen Papierbriefchen mit Rasierklingen. Matt golden, blau und rot bedruckt und mit zwei wunderschönen, prägnanten Schriftzügen. Als heutiges typographisches Montagsbonbon möchte ich sie meinen Lesern hier nicht vorenthalten. 🤓🔠



11.07.2025

Acht Motive liegen noch in meinem Ordner mit typographischen Fundstücken aus Barcelona. Es wird allerdings nicht einfacher, aus den verbliebenen Bildern sinnvolle Cluster zu bilden, die ich turnusmäßig hier posten kann. Zweien der Fotos jedoch könnte man die Überschrift »Kultur« zuweisen, somit soll dies das Motto des heutigen Beitrags sein.



Das erste Motiv knipste ich am berühmten Altstadtboulevard »La Rambla«, hinter der Jalousie verbirgt sich das Geschäft eines Notenhändlers. Die Paillettenschrift im oberen Teil des Fotos ist sehr wahrscheinlich eine Eigenkreation. Die handgemalten Buchstaben der Schrift darunter erinnern vage an »softe« Serifenschriften aus den 1970er- und 1980er-Jahren, aber einen 100%igen Treffer bei der Identifikation konnte ich nicht landen – vermutlich war auch hier bei der Erstellung einiges an typographischer Fantasie im Spiel.



Das zweite Motiv entdeckte ich an der belebten Straße »Carrer Gran de Gràcia«, hoch über den Köpfen der Passanten: eine alte Inschrift, vermutlich u.a. für eine einst dort ansässige öffentliche Bibliothek (BIBLIOTECA PUBLICA). Sie wirkt, als sei sie einst komplett unter Putz versteckt worden, der dann jedoch im Laufe der Zeit wieder abblätterte. Der zweite noch halbwegs lesbare Begriff oben (PENSIONES DOTES [?]) wird übersetzt mit »Mitgiftrenten«. Eine interessante Kombination – und daher ist es wohl angebracht, anzunehmen, dass diese beiden Services auf getrennten Etagen untergebracht waren … 😉 🤓 🔠

04.07.2025

Wenn die Hitze drückt, brauchen Körper und Geist erstens genug Flüssigkeit und Elektrolyte und zweitens eine reichliche Zufuhr von Nervennahrung wie Obst, Schokolade, Gebäck oder Konfekt, die gut schmeckt, die Endorphinausschüttung anregt und im Idealfall etwas kühlt. Deshalb steht das Bilderbündel, das ich heute als gesammelte typographische Fundstücke der Woche aus meinem »Barcelona-Bestand« poste, unter dem Motto »Leckereien«. Im Angebot sind Süßwaren (1), Confiserie (2), ein feines Brunch (3) und Tapas (4).



Die meisten Schriften in den Bildern sind wieder garantiert handgefertigt, insbesondere bei Bild (3) und basieren höchstens teilweise auf kommerziellen oder historischen Vorlagen, ihre Bestimmung ist daher sehr diffizil. 



Die augenfälligsten Merkmale bei der Schrift auf dem Vorhang der Bonboneria (1) sind der spitze Winkel beim M und der gerade Abstrich des R – eine kommerzielle Schrift mit beiden Merkmalen gleichzeitig konnte ich nirgends finden. Beim oberen Schriftzug auf demselben Bild fallen insbesondere die schlanken Proportionen, der Winkel in den Serifen beim E und der große »Bauch« des R auf, aber auch hier kam ich bei einer Identifikation nicht weit. 



Das Metallrelief bei der Pastisseria (2) zeigt mal wieder eine Schrift mit Urspüngen im Art Déco oder den beiden Jahrzehnten danach. Hier böte sich der Font »ITC Juanita« als Vorlage an: 



➡️ https://www.myfonts.com/de/collections/juanita-font-itc

Im Foto mit den Tapas (4) fallen die kurzen Unter- und Oberlängen, der gerade Abstrich des y und das abstrichlose u auf, ein als Vorlage hätte z.B. die Schrift »HK Nova Semi Bold« gedient haben können:



➡️ https://www.myfonts.com/de/products/semi-bold-hk-nova-590740

Aber jetzt gibt’s erstmal ein Eis! 🤓 🔠 🍧

16.06.2025

Es ist Montag und kein Feiertag – und so gibt es heute wieder ein typographisches Bonbon bzw. eigentlich sogar zwei. Auch diese stammen, wie im Posting vom letzten Freitag, noch einmal aus Regensburg. Denn wo ich gehe und stehe, suche ich nicht nur nach interessanten, kuriosen, schönen oder fragwürdigen Schriftzügen, sondern auch stets nach bemerkenswerten Exemplaren meines Lieblingsbuchstabens, des kleinen »g«.

Davon habe ich in der schönen Stadt an der Donau gleich zwei famose Vorkommen eingefangen: Eins auf einem Straßenschild bzw. Hausnummern-Wegweiser und eins auf einer steinernen Tafel an der Hausfassade des Ehemaligen Evangelischen Frauenstifts »St. Oswald«, das inzwischen als Studentenwohnheim fungiert. So schön! 🤩 🤓 🔠

02.06.2025

Das typographische Montagsbonbon kommt heute aus Berlin. Auf dem Weg zu einer Wochenendverabredung durchquerte ich die in Charlottenburg gelegene Mommsenstraße und kam an diesem alten, verwitterten Werbeschild vorbei, das natürlich sofort geknipst werden musste.



Die Buchstaben erinnern mich an irgendwas, in meinem Kopf läutet ein leises Assoziationsglöckchen, eine vage Ahnung an einen Schriftzug, vielleicht auf einer Verpackung oder in einer Werbebotschaft aus meiner Kindheit. Irgendwas zwischen Galama, Doppelherz und Schierker Feuerstein, aber so richtig bin ich noch nicht drauf gekommen. Wenn es mir einfällt, werde ich den Beitrag entsprechend ergänzen. 



Eine kommerzielle Schrift, welche solche oder ähnliche markante Verzierungen der Anfangsbuchstaben besitzt, konnte ich ebenfalls noch nicht ausfindig machen. Im zweiten Bild – das bei Mauskontakt/Touch erscheint – habe ich das Schild einmal grob digital restauriert, sodass man erahnen kann, wie es ungefähr zum Zeitpunkt seiner Anbringung ausgesehen haben muss. Bringt überhaupt noch jemand Schuhe zur Reparatur? Im Zeitalter von Fast Fashion und Discountern wie RENO oder Deichmann könnte ich mir gut vorstellen, dass auch dieser Service heutzutage spürbare Auftragseinbußen hinzunehmen hat. Schade eigentlich. Den Geruch aus Leder, Klebstoff, Lösungsmitteln und Plastik, den ich noch aus solchen Werkstätten kenne, habe ich zumindest gleich wieder in der Nase … 🤓 🔠 🥾

23.05.2025

Schon über eine Woche bin ich wieder zurück aus Barcelona und heute möchte ich von dort die ersten beiden typographischen Fundstücke präsentieren, die beide etwas gemein haben – und zwar eine ungewöhnliche Formgebung bei der Ziffer 1. Beim Vorbeigehen an dem Haus, dessen Hausnummer ich auf dem ersten Bild fotografiert habe, musste ich tatsächlich die Nummern der beiden benachbarten Häuser checken, um zu begreifen, dass es sich um die Zahl »11« handeln soll. Eine solch eigenwillige Form bei Einsen hatte ich bewusst bisher noch nie gesehen. Einige hundert Meter weiter begegnete mir dann vor einem Fenster ein schmiedeeisernes Gitter, in dem die 1 der eingearbeitete Jahreszahl »1862« genau dieselbe, an ein Schreibschrift-𝓘 oder -𝓙 erinnernde Gestalt hatte.

(LinkedIn-Kommentator und Schriftgestalter Albert-Jan Pool brachte auch noch die Ähnlichkeit mit einem 𝓼 ins Spiel.)



Vielleicht kann ja eine(r) der hier Mitlesenden etwas dazu beitragen zu der Frage, ob diese Form eine typisch spanische Eigenheit ist oder woher sie sonst stammen könnte. Ich bin gespannt!

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »