Ich versuche meistens, meine typographischen Fundstücke so zu sortieren, dass die sogenannten »Montagsbonbons« eher Motive zeigen, zu denen es entweder nicht sonderlich viel zu erzählen gibt – entweder, weil sich dazu trotz emsiger Recherchen keine weiteren Fakten ausgraben lassen oder weil nur wenige Erläuterungen vonnöten sind, da die Bilder für sich selbst sprechen. Das heutige Motiv – geknipst an der Haupt-Durchfahrtsstraße im Ort Schönhausen/Elbe in Sachsen-Anhalt auf dem Weg nach Stendal – gehört ein bisschen zu beiden Kategorien. Außer dem Namen des Betriebes und der Tatsache, dass sich dort anscheinend auch heute noch eine aktiv tätige Tischlerwerkstatt befindet, waren im Netz keine weiteren Details zu finden.

Fotografiert habe ich die Beschriftung, weil ich es immer wieder faszinierend finde, wie gekonnt es manche professionellen Schildermaler schaffen, den Duktus kalligrafischer Schriften, die normalerweise von Hand mit einer Breitfeder (und in wesentlich kleinerem Format) auf Papier geschrieben werden, derart ins Riesenhafte und noch dazu auf eine senkrechte, raue Fläche zu übertragen. In einem früheren Beitrag hatte ich schon einmal ein solches Werk aus dem Schankraum eines Regensburger Brauhauses vorgestellt.
Freuen wir uns also heute einfach nur ohne einen vertiefenden Text über dieses Zeugnis althergebrachter Schildermalerei – trotz des fehlenden Leerzeichens nach »Bau-« – und wünschen dem Tischlermeister, dass die Werbung an seinem Giebel nicht nur vorbeifahrende Buchstabennerds, sondern auch zahlende Kunden auf seine Werkstatt aufmerksam macht …
🤓 🔠 🪑
Schreib einen Kommentar